Grausame Tat Gemetzel am Gänseteich

Unbekannte köpfen in einem Gehege in der Gemeinde Grub am Forst zwölf Tiere, fünf werden entwendet. Der Besitzer ist entsetzt über das Massaker. Ein gleiches Drama hat sich bereits vor knapp einem Jahr in seiner Anlage ereignet.

Matthias Höhn kocht vor Wut. Zum zweiten Mal sind unbekannte Täter in sein idyllisch gelegenes Freigehege eingestiegen, das zwischen Zeickhorn und Forsthub in der Gemeinde Grub am Forst liegt. Zwölf Gänse sind geköpft worden, fünf weitere Tiere spurlos verschwunden.

Höhn hat sofort die Polizei eingeschaltet, als er das Gemetzel in seiner Anlage entdeckt hat. Die Täter müssen zwischen Samstag, 21 Uhr, und Sonntag, 20.45 Uhr, in das Gehege eingestiegen sein, teilt Stefan Probst, Pressesprecher der Polizeiinspektion Coburg, mit. Vermutlich haben sie das etwa 1,50 Meter hohe, verschlossene Tor der Anlage oder den umgebenden, etwa drei Meter hohen Zaun überstiegen. Sie sind brutal vorgegangen. Sie müssen die zutraulichen Gänse eingefangen haben, bevor sie enthauptet wurden. Mit professionellem Schlachten hat das nichts zu tun. Fünf weitere Gänse nahmen sie offenbar mit.

Matthias Höhn ist am Montagnachmittag noch immer entsetzt, als er Reportern das Geschehene schildert. „Als ich meine Tiere versorgen wollte, lagen zwölf von ihnen ohne Kopf im Gehege. Das ist eine Sauerei. Das sind doch Lebewesen, so bringt man sie nicht ums Leben, das geht unter die Haut“, sagt der Hobby-Züchter.

Mit seinen Tieren – Pommerngänse, Laufenten und Delousergänse – besucht er immer wieder Ausstellungen. Die getöteten Vögel, die etwa 14 Wochen alt waren, „waren zahm, haben uns aus der Hand gefressen, sie waren total zutraulich“, erklärt Matthias Höhn. „Und sie sind beim Füttern immer auf uns zugekommen“, ergänzt seine Tochter Anna Schinzel. Auch sie ist entsetzt. Einen der zurückgelassenen Kadaver trägt sie an den Rand des Geheges, „man kann das doch nicht hier einfach herumliegen lassen“.

Den Schaden, der ihm entstanden ist, beziffert Matthias Höhn auf mindestens 1500 Euro. Die Coburger Polizei ermittelt wegen eines besonders schweren Falls des Diebstahls, der Sachbeschädigung und Verstößen nach dem Tierschutzgesetz, erläutert Stefan Probst. Der Polizeisprecher bittet Zeugen um Hinweise unter der Telefonnummer 09561/645-0. Wichtig wäre auch zu erfahren, ob ein mögliches Täterfahrzeug zwischen Samstag- und Sonntagabend am Gehege gesehen worden ist. Die Bundesstraße 303 führt nur wenige Meter daran vorbei, eine Tankstelle ist nur einen Steinwurf entfernt.

Mitte Oktober vergangenen Jahres waren Unbekannte schon einmal in die Anlage eingedrungen. Die Beute damals: mehr als 100 Forellen, die in dem kleinen Teich schwammen, der zum Gehege gehört, 14 Gänse, drei Enten, zwei Hühner und ein Hahn. Parallele zur Tat am vergangenen Wochenende: Manchen Tieren trennten die Täter die Köpfe ab, die Körper nahmen sie allerdings mit.

Jetzt will der Züchter eine Videokamera installieren, die mit einem Handy verbunden ist. Und er hofft, dass die Ermittlungen der Polizei zum Erfolg führen.

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