Kronach SPD fürchtet steigende Mieten nach KWG-Rückkauf

Das frühere Büro der Kronacher Wohnungsbaugesellschaft am Langen Steig in Kronach. Foto: Mario Haaf / Archiv

Im Ortsverein Friesen wird über die Schattenseite des Millionen-Deals beraten. Davon könnten auch die Kommunen betroffen sein.

Friesen - Die Friesener SPD-Stadträtin Marina Schmitt glaubt nicht, dass der geplante Rückkauf der rund 650 ehemaligen KWG-Wohnungen im Stadtgebiet durch das Kommunalunternehmen Lucas-Cranach-Campus (die NP berichtete) ohne negative Folgen für die Mieterinnen und Mieter bleiben wird. In einer Versammlung ihres Ortsvereins sagte sie: „Ich warne davor zu glauben, dass sich die notwendige Innensanierung nicht mittelfristig auch auf die Mietpreise auswirken wird.“ Der Zustand der Wohnungen sei zu schlecht, um ohne teure Sanierungen ertüchtigt zu werden. Dies werde Konsequenzen haben. „Im Übrigen wird durch den Rückkauf keine einzige neue Sozialwohnung entstehen“, erklärte sie. Dafür werde aber wohl die Kreisumlage „erheblich ansteigen, weil der Landkreis dem Kommunalunternehmen jährlich hohe Summen für den Rückkauf zuschießen wird“.

Bei aller Freude über die Zustimmung des Kreistags zu dem Millionen-Deal dürfe man nicht verkennen, dass sich die Rückkaufsumme wohl im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“ bewegen dürfte. „Das ist dann immerhin ein Mehrfaches dessen, was der damalige Verkauf der KWG eingebracht hat.“ Die SPD habe 2011 grundsätzlich und geschlossen gegen die Privatisierung der Kronacher Wohnungsbaugesellschaft gestimmt und „fühlt sich jetzt bestätigt“.

Weitere Themen waren das in Kronach neu angedachte Parkdeck sowie die Dorferneuerung Friesen. Marina Schmitt freute sich zwar darüber, dass nach der Diskussion über die Verkehrsführung und einer Verzögerung von sechs Wochen jetzt das letzte Teilstück vorangehe. Sie kritisierte jedoch, dass die Baukosten wegen Kommunikationsproblemen innerhalb der Behörden um über 40 000 Euro ansteigen werden. red

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