Außerdem steigt die Nachfrage der Verbraucher nach Biomilch offenbar nicht so schnell wie das Angebot: "Wir haben Betriebe, die an einer Umstellung auf Bio interessiert sind, und keine Molkerei finden, die ihnen die Milch abnehmen würde", sagt Schnakenberg.
Sollte die EU in der nächsten Förderperiode tatsächlich wie geplant die Zuschüsse kürzen, würde das im Norden die Biobauern sogar härter treffen als konventionelle, rechnet Schnakenberg vor: "Die Prämien machen bei konventionellen Betrieben hier in Norddeutschland etwa 3 Cent pro Kilo Milch aus, eine Kürzung von zehn Prozent würde da nicht sehr ins Gewicht fallen", sagt der Experte. "Bei den Biobetrieben sind es 15 Cent. Wenn man die Prämien kürzt, wird der Druck auf die Biobetriebe größer sein als auf konventionelle Betriebe."
Im Süden würde eine Kürzung der EU-Zuschüsse wohl auch die konventionellen Betriebe hart treffen: "Die Einnahmen eines bayerischen Durchschnittsbetriebs setzen sich zu etwa 80 Prozent aus Transferzahlungen und zu 20 Prozent aus den erwirtschafteten Erträgen zusammen", sagt IFCN-Direktor Hemme. "Wenn die Transferzahlungen reduziert werden, wird das den Strukturwandel beschleunigen."