Doch auch als Landwirt muss man bestimmte Auflagen beachten. Zum Beispiel die Anbau-Anzeige bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) - mit Vorlage der Original-Etiketten des verwendeten Saatguts. Ebenso eine Erklärung über die entsprechenden Aussaatflächen. Nicht zu vergessen die Meldung, wenn die Hanfpflanzen zu blühen begonnen haben. Und: Mit der Ernte dürfen die Bauern erst dann beginnen, wenn sie ein entsprechendes Freigabeschreiben von der BLE erhalten haben - oder wenn Kontrollen beziehungsweise Probenentnahmen erfolgt sind. Bei solchen Überprüfungen können sogar Kamera-Drohnen eingesetzt werden, die die betreffenden Felder überfliegen, weiß der Unterrodacher Biolandwirt. Schließlich könnte ja jemand auf die Idee kommen, inmitten des - erlaubten - Nutzhanfes auf ein paar Quadratmetern illegale Sorten anzubauen. "Das fällt aber normalerweise auf - durch den unterschiedlichen Wuchs", sagt Heller. Insgesamt rund 150 Hektar bewirtschaftet der 34-Jährige. In diesem Jahr baut er erstmals auf fünf Hektar Nutzhanf an - am Kreuzberg sowie auf einem Feld in der Nähe von Zeyern. Jahrelang habe er schon mit dem Gedanken daran gespielt, erzählt er. Allerdings fehlte ihm ein Partner in erreichbarer Nähe, der sich um die Vermarktung kümmert. Den hat er inzwischen gefunden: ein Unternehmen im vogtländischen Zeulenroda, das in Sachen Nutzhanf noch mit zwei weiteren Betrieben aus dem Landkreis Coburg kooperiert. Der Clou dabei: Die Landwirte sorgen für die Bodenbearbeitung und den Anbau, doch um die Ernte, die voraussichtlich Mitte August ansteht, müssen sie sich nicht mehr kümmern. Das übernimmt ein Lohndrescher mit speziell umgerüsteten Maschinen. Mit normalen Mähdreschern sei den Pflanzen nämlich nicht beizukommen, weiß Heller: "Hanf ist eine Faserpflanze und die Fasern wickeln sich um sämtliche Lager der Maschinen."